Auf der ICA Expo lernten wir Ali Akbar kennen, jetzt wurde er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Tourismus der Malaysischen Touri-Coops, Grund genug für ein Email-Interview mit Ali Akbar.
infostory: Ali Akbar, Du bist der Vorsitzende der Arbeistsgruppe ‘Tourismus’ der malaysischen Genossenschaften. Wie viele Kooperativen nehmen an diesem Komitee teil und was wollen Sie erreichen?
Ali Akbar: Bis jetzt habe ich die 20 Kooperativen in Penang im Norden Malaysias und 30 in Selangor besucht. Wenn ich auch im Osten und Süden des Landes gewesen bin und in Sabah und Selangor gewesen bin, dann werden ungefähr 100 bis 150 Kooperativen am Start sein.
Sie sind alle im Tourismus engagiert. Wir wollen ihr Networking organisieren und zunächst ein gemeinsames Positionspapier verfassen, um alle ihre Produkte unter einer Marke zu vermarkten: Website mit Shop und online-Payment, eine Broschüre, die für ganz Malaysia wirbt und dann eine für jede Region.
Unser Schwerpunkt liegt auf We will focus on country side tourism or Community Based Tourism. Damit wollen wir für alle Kooperativen Malaysias bessere Marktbedingungen schaffen und auch international zusammen arbeiten.
Sind diese Kooperativen auf den Tourismus spezialisiert oder ist der Country Side Tourismus nur eine Ergänzung?
Ali Akbar: Meine Aufgabe bezieht sich auf die Coops im Tourismus. Ich möchte diesen Genossenschaften das Konzept des Country Side Tourism nahe bringen, das in anderen Regionen auch Agro-Tourismus – auf Malaysisch “Pelancongan Desa”- oder bei Ihnen in Deutschland wohl Ökotourismus genannt wird.
Ich finde ‘Country Side Tourismus’ eigentlich recht treffend. Die Gäste sollen motiviert werden, das Leben auf dem Lande kennen zu lernen. Diese Coops bestehen ja auf dem Lande und in Dörfern. Dort sehen wir Gummi- oder Palmöl-Plantagen, Padi- oder Reisfelder, Obsthöfe, Fischteiche und vieles mehr. Wir wünschen uns, dass die Besucher auch in den Dörfern wohnen: “Homestay” lautet hier das Schlagwort.
Diese Tourismus-Produkte wollen wir mit Unterstützung der SKM, dem malaysischen Coop-Verband, gemeinsam vermarkten.
Zur Zeit sammele ich überall die Daten mit den Angeboten ein, mache Fotos und aktualisiere damit die Homepage.
Du erwähntest eingangs Community Based Tourism, was steckt hinter diesem Konzept?
Ali Akbar: Das Programm Community Based Tourism (CBT) soll den ländlichen Gemeinden helfen, ihre Ressourcen für den Tourismus auszuloten und zu entwickeln und auch die Partizipation der lokalen Gemeinden zu stärken. Sie sollen gleichzeitig ihre Kultur bewahren, ihre Umwelt schützen und andererseits auch ihre Wirtschaft diversifizieren, neue Einkommensformen entwickeln und die Bildungs-Chancen verbessern.
CBT ist ein ganz wichtiges Mittel, um die Armut zu bekämpfen. Es ist Ansatz, der das Ziel nachhaltig verfolgt, um den Nutzen für die ländlichen Gemeinden zu maximieren. Dieses Konzept ist in unserer APEC-Region sehr weit verbreitet.
Wer wären die deutschen Wunschpartner für Euch?
Ali Akbar: Jeder, der unsere Geschäftsideen versteht und alle, die im Tourismus tätig sind. Selbstverständlich erfreuen sich auch die Malaysier an Euren Landschaften – wer weiß, vielleicht will ja die eine oder andere Genossenschaft etwas Ähnliches bei Euch unternehmen wie wir: herzlich willkommen. Gegenseitiges Verständnis der Kulturen wird uns allen ermöglichen, toleranter zu werden. Das ist ein wichtiger Bestandteil für einen dauerhaften Frieden in der Welt und: es ist die Grundlage des Community Based Tourism!
Danke für dieses Interview.