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Genossenschaften und Kooperativen Weltweit header image 1
18
Mrz

Tampere fördert erfolgreich Genossenschaften

Homepage des Genozentrums TampereDie Region Tampere in Finnland fördert seit 1998 die Gründung von Genossenschaften so erfolgreich, dass dieses Projekt für den Europäischen Unternehmerpreis 2010 der EG-Kommission nominiert worden ist. Wer in Tampere eine neue Genossenschaft gründen will, kann kostenlose Information und Beratung bekommen. So arbeiten jetzt 700 Menschen in neuen Genossenschaften. (Die Stadt Tampere hat etwa 200.000 Einwohner)

Wie der europäische Verband der Genossenschaften Cooperatives Europe asbl berichtet, haben die neuen 180 Genossenschaften in Tampere im Jahr 2008 37,7 Millionen Euro Umsatz gemacht. 1998 seien es nur 2,91 Millionen gewesen.

Das Genozentrum in Tampere will mit seiner Förderung für Genos neue Arbeitsplätze schaffen. Bestehende Unternehmen sollen ferner ihre Marktposition durch Kooperation stärken.  Die Region weist heute eine höhere Arbeitslosigkeit auf als den finnischen Landesdurchschnitt.

18
Aug

UN Sekretariat befürwortet Internationales Jahr der Genossenschaften

Das UN Sekrtariat hat den Bericht über die Bedeutung der Genossenschaften für die sozial-ökonomische Entwicklung vorgelegt und empfiehlt der Vollversammlung, ein Internationales Jahr der Genossenschaften auszurufen. Die UVerwalrtung betonen die positiven Wirkungen der genossenschaftlichen Bewegung für die nachhaltige wirtschaftliche Stabilität ländlicher Regionen. Sie hätten positive Auswirkungen auf andere Wirtschaftssektoren. Ein Internationale Jahr könne eine Katalysator-Wirkung haben. Das UN-Sekratariat hatte vierzig Mitgliedsländer befragt, von denen 39 ein positives Feed-back gaben.

Die diesjährige Jahrestagung der International Cooperative Alliance (ICA) hat der Weltverband der Genossenschaften Jeremy Rifkin eingeladen. Er wird mit seiner Keynote zur Dritten Industriellen Revolution die PLenartagung am 19. November einleiten. Nach Rifkins These müssten ausschließlich erneuerbare Energien dezentral bereitgestellt werden und über intelligente Netzwerke international verteilt werden.

10
Jul

Energie steht Kopf

“Wir stellen alles auf den Kopf” lautet das Motto einer neuen deutschen Genossenschaft, die Anteile an einem Stromkonzern erwerben will. An diesem Wochenende beginnt eine Kampagne, mit der viele Stromkunden geworben werden sollen, die Anteile an der Genossenschaft erwerben.

Ziel der Genossenschaft ‘Energie in Bürgerhand” sind ökologischen Perspektiven in der Stromerzeugung großer Konzerne. Der Verzicht auf Atomstrom ist dabei ein Kernpunkt des Programms, wie auch Demokratie und Transparenz in der Energiewirtschaft.  Als erstes will die Bürgergenossenschaft Anteile an der zum Verkauf stehenden Thüga, einer Tochtergesellschaft der E.ON. Der deutsche Stromriese muss diese Tochterfirma verkaufen, um einer Zwangsentflechtung des Konzerns zu entgehen. –>http://www.energie-in-buergerhand.de/

04
Jun

Malaysia: Wie man die Touris aufs Land lockt

Auf der ICA Expo lernten wir Ali Akbar kennen, jetzt wurde er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Tourismus der Malaysischen Touri-Coops, Grund genug für ein Email-Interview mit Ali Akbar.

infostory: Ali Akbar, Du bist  der Vorsitzende der Arbeistsgruppe ‘Tourismus’ der malaysischen Genossenschaften.  Wie viele Kooperativen nehmen an diesem Komitee teil und was wollen Sie erreichen?

Ali Akbar: Bis jetzt habe ich die 20 Kooperativen in Penang im Norden Malaysias und 30 in Selangor besucht. Wenn ich auch im Osten und Süden des Landes gewesen bin und in Sabah und Selangor gewesen bin, dann werden ungefähr 100 bis 150 Kooperativen am Start sein.

Sie sind alle im Tourismus engagiert. Wir wollen ihr Networking organisieren und zunächst ein gemeinsames Positionspapier verfassen, um alle ihre Produkte unter einer Marke zu vermarkten: Website mit Shop und online-Payment, eine Broschüre, die für ganz Malaysia wirbt und dann eine für jede Region.
Unser Schwerpunkt liegt auf We will focus on country side tourism or Community Based Tourism. Damit wollen wir für alle Kooperativen Malaysias bessere Marktbedingungen schaffen und auch international zusammen arbeiten.

Sind diese Kooperativen auf den Tourismus spezialisiert oder ist der Country Side Tourismus nur eine Ergänzung?

Ali Akbar: Meine Aufgabe bezieht sich auf die Coops im Tourismus. Ich möchte diesen Genossenschaften das Konzept des Country Side Tourism nahe bringen, das in anderen Regionen auch Agro-Tourismus – auf Malaysisch “Pelancongan Desa”- oder bei Ihnen in Deutschland wohl Ökotourismus genannt wird.
Ich finde ‘Country Side Tourismus’ eigentlich recht treffend. Die Gäste sollen motiviert werden, das Leben auf dem Lande kennen zu lernen.  Diese Coops bestehen ja auf dem Lande und in Dörfern. Dort sehen wir Gummi- oder Palmöl-Plantagen, Padi- oder Reisfelder, Obsthöfe, Fischteiche und vieles mehr. Wir wünschen uns, dass die Besucher auch in den Dörfern wohnen: “Homestay” lautet hier das Schlagwort.
Diese Tourismus-Produkte wollen wir mit Unterstützung der SKM, dem malaysischen Coop-Verband, gemeinsam vermarkten.
Zur Zeit sammele ich überall die Daten mit den Angeboten ein, mache Fotos und aktualisiere damit die Homepage.

Du erwähntest eingangs Community Based Tourism, was steckt hinter diesem Konzept?

Ali Akbar: Das Programm Community Based Tourism (CBT) soll den ländlichen  Gemeinden helfen, ihre Ressourcen für den Tourismus auszuloten und zu entwickeln und auch die Partizipation der lokalen Gemeinden zu stärken. Sie sollen gleichzeitig ihre Kultur bewahren, ihre Umwelt schützen und andererseits auch ihre Wirtschaft diversifizieren, neue Einkommensformen entwickeln und die Bildungs-Chancen verbessern.
CBT ist ein ganz wichtiges Mittel, um die Armut zu bekämpfen. Es ist Ansatz, der das Ziel nachhaltig verfolgt, um den Nutzen für die ländlichen Gemeinden zu maximieren. Dieses Konzept ist in unserer APEC-Region sehr weit verbreitet.

Wer wären die deutschen Wunschpartner für Euch?

Ali Akbar: Jeder, der unsere Geschäftsideen versteht und alle, die im Tourismus tätig sind. Selbstverständlich erfreuen sich auch die Malaysier an Euren Landschaften – wer weiß, vielleicht will ja die eine oder andere Genossenschaft etwas Ähnliches bei Euch unternehmen wie wir: herzlich willkommen. Gegenseitiges Verständnis der Kulturen wird uns allen ermöglichen, toleranter zu werden. Das ist ein wichtiger Bestandteil für einen dauerhaften Frieden in der Welt und: es ist die Grundlage des Community Based Tourism!

Danke für dieses Interview.
25
Mrz

X eG Hamburg: Global bauen

Die Hamburger Architektin Silkata Sahin-Adu hat das Konzept für eine völlig neuartige interkulturelle Baugenossenschaft entwickelt, die X eG. Die Genossenschaft soll Wohnhäuser im In- und Ausland bauen. Ziel ist es, für Migrantinnen und Migranten neue Formen der Zukunftsplanung möglich zu machen. Das Konzept der X eG nimmt Rücksicht auf die Belange der Alterssicherung. Dazu haben Silkata Sahin-Adu und ihre Berater, zu denen Dr. Rainer Schmid von der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Migranten e.V. (ASM) zählt, die Erfahrungen von EinwanderInnen in Deutschland ausgewertet. Als erstes sollen interkulturelle Wohnprojekte in Hamburg entstehen, dann wird die X eG eine erste Wohnanlage in Ghana errichten.

Lebensplanung zwischen den Kulturen

Viele EinwanderInnen träumen von einem gesicherten Lebensabend im Land ihrer Herkunft. Wie bei anderen Lebensplänen geht die Rechnung aber häufig nicht auf. Manch einer lässt sich seine Rentenansprüche auszahlen und investiert nach der Rückkehr in die Heimat; das kann sich leicht als Fehlinvestition entpuppen, denn nach zwanzig Jahren im Ausland ist dem Rückwanderer auch die Heimat fremd. Die Folge: Zukunft und Rente sind verpufft. Andere bleiben im neuen Land, zum Beispiel wegen des Gesundheitssystems oder wegen neuer lieb gewonnener Gewohnheiten. Dann stellt sich die Frage nach einer altersgerechten Wohnung in Hamburg.

Geschäftsanteile als Alterssicherung

Die Genossenschaftsanteile, so das Konzept der X eG sollen auch Baustein der individuellen Altersversorgung sein. Ein solches Modell wird von einigen selbst verwalteten Bauprojekten angewandt. Es besteht in der Kombination des Ansparens von Direktkrediten. Direktkredite können auch durch Bürgschaftsgemeinschaften der GLS Bank abgesichert werden. Diese Direktkredite werden im Laufe der Zeit vom Wohnprojekt an die Gläubiger zurück bezahlt, die Gäubiger können den Geldrückfluss als zusätzliche Rente ausgestalten.

Demokratie und Einigkeit

Der Name X eG rührt vom Logo der neuen Baugenossenschaft her: ein ghanaisches Andikra-Symbol. “FUNTUNFUNEFU-DENKYEMFUNEFU”, zwei siameische Krokodile kreuzen sich, haben nur einen Magen. Das Symbol steht für Demokratie und Einigkeit, das erläutert Silkata Sahin-Adu so: “Es gibt gleiche Interessen, die stärker verbinden als die Richtung, aus der sie kommen.” Die neue Genossenschaft ist offen auch für kosmopolitisch denkende Menschen, die noch nicht zu den globalen Wanderern gehören.

19
Feb

Theorie der Genossenschaft

oder: Lassen wir uns reinen Wein einschenken

Mit dem Dissertationsband ‘Theorie der Genossenschaft’ verbreitet der Verlag Peter Lang eine Abhandlung, die nicht nur spezifische Aussagen über das Marktverhalten von Genossenschaften trifft. Der Autor Michael Higl ordnet seine Forschungsergebnisse so souverän in die Wirtschaftstheorie ein, dass die Lektüre für all diejenigen lohnt, die über die Rolle von Genossenschaften in Wirtschaft und Gesellschaft argumentieren wollen.

So gibt Higl im zweiten Kapitel einen ausführlichen Überblick zur Bewertung von Genossenschaften nach den Maßstäben der ökonomischen Unternehmenstheorien. Bereits in diesem des Buches öffnet der Autor seinen LeserInnen einen weiteren Horizont als manche wissenschaftliche Autoren, die sich ausschließlich mit dem Genossenschaftswesen beschäftigen.

Für seine eigentlichen theoretischen Untersuchungen wählt Higl das Genossenschaftsmodell einer Absatzgenossenschaft, deren Mitglieder produzierende Unternehmen sind, also einen Unternehmerzusammenschluss. Dies mag die Aussagekraft seiner Ergebnisse auf den ersten Blick einschränken, allerdings: Mit der ‘Theorie der Genossenschaft’ hat Michael Higl als erster überhaupt eine saubere theoretische Analyse des Marktverhaltens von kooperativen Unternehmen vorgelegt.

Higls Analysen des genossenschaftlichen Verhaltens auf unvollkommenen Märkten führen ihn zu den folgenden Aussagen: Marktunvollkommenheiten sind der wichtigste Grund für die Gründung von Genossenschaften, mit deren Hilfe schwächere Marktteilnehmer überhaupt erst die Chance haben, sich am Markt durchzusetzen. Treten Genossenschaften auf dem Markt auf, werden die mächtigen Wettbewerber zahmer.

Die Konkurrenz unter Genossenschaften ist wegen ihres aggressiveren Verhaltens schärfer, was der Autor als eine mögliche Erklärung für die verstärkte Neigung von Genossenschaften zu Fusionen erklärt. Ob er hier ausreichend Hintergründe für Fusionen unter Genossenschaften gesucht hat, ist fraglich. Vielfach versuchen die Genoverbände nämlich Insolvenzen über einen sanften Druck zur Fusion aufzufangen.

LeserInnen, die den abstrakten Betrachtungen ökonomischer Modelltheorien eher abgeneigt sind, können dennoch mehr als nur Nutzen aus diesem Buch ziehen. Higl motiviert die Auswahl seiner Marktanalysen ausschließlich mit Ausgangslagen, deren reale Herkunft er ausführlich beschreibt. Für den theoretisch versierten Weintrinker wird es ein Vergnügen sein, endlich einmal das eigene Konsumentenverhalten gespiegelt zu bekommen.

Michael Higl, Theorie der Genossenschaft. Eine industrieökonomische Analyse, Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main 2008, ISBN 978-3-631-57416-4

19
Feb

Zameen: Mehr Öko-Baumwolle aus Indien

zameen = indische öko-baumwolleDie indische Zeitung ‘The Economic Times‘ berichtet über eine neue Kooperation von Zameen Organic mit der ‘Yes Bank‘ mit dem Ziel, den ökologischen Anbau von baumwolle zu fördern. Zameen Organic in Hyderabad (Bundesstaat Andhra Pradesh) bietet indischen Bauern Fair Trade Marketing für ökologisch und Pestizid frei hergestellte Baumwolle. Das Angebot dieser Firma, die im Mehrheitsbesitz der Bauern ist, richtet sich hauptsächlich an Landwirte in armen Regionen, um ihre Einkommen zu stabilisieren und den Umwelt und gesundheit schädigenden Anbau von Baumwolle einzudämmen. Das Profil der Yes Bank beruht auf verantwortlichen Bankgeschäften im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens.

Zur Aufklärung de Bauern über den ökologischen Anbau arbeitet Zameen mit einer unabhängigen Organisation, der AOGF zusammen. Der Bedarf für den ökologischen Landbau ist wegen der Einführung genetechnisch manipulierter Baumwollpflanzen akut geworden. Die Pflanzen enthalten das sogenante BT-Gift, das gegen Schädlinge wirken soll. Jetzt reagieren die Schädlinge mit BT-Resistenzen, schädigen die Ernte also trotz der giftigen Bauzmwolle, und die landwirtschaftlich nützlichen Insekten sterben. Außerdem stellt die genetechnisch manipulierte Pflanze höhere Ansprüche an Boden und Klima. Die Pflanzen des US-Konzerns Monsanto waren erst 2002 zugelassen worden (GID 176), bereits 2005 berichtete Greenpeace über negative Erfahrungen,  in Andhra Pradesh ist der Verkauf der BT-Sorten bereits wieder verboten.

19
Feb

Neuer Verband in Hamburg

Mittlere und große Genossenschaften in Deutschland können sich jetzt an einen neuen Prüfungsverband wenden. Seit Mitte 2008 geht der Prüfungsverband DHV in die Offensive und präsentiert sich als Alternative zu den Regionalverbänden des DGRV (Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband) und des GdW (Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen).

Verbandschef Dr. Hans-W. Kortmann gehört der weltweit tätigen Wirtschaftsprüfersozietät Esche Schümann Commichau ESC an. Der engagierte Wirtschaftsprüfer leitet sein neues Arbeitsfeld Genossenschaftswesen aus persönlichen Erfahrungen als Mitglied von Genossenschaften ab. Er kritisiert besonders die Selbstorganschaft im Genowesen. “Größere Genossenschaften brauchten den Sachverstand und die Erfahrungen von Branchenexperten“, erläuterte Kortmann im Gespräch mit ‘infostory.de’. Deshalb müsse man auch externe Fachleute in den Aufsichtsrat berufen können. Der neue Verband, so Kortmann, biete seinen Mitgliedern eine kostenfreie Mitgliedschaft an. So könnten sich die Genossenschaften frei entscheiden, bei welchem Verband sie sich prüfen lassen wollen. Eine überwiegende Zahl von Genossenschaften habe die Mitgliedschaft in einem Verband des DGRV in der Satzung festgeschrieben. Die Genossenschaften, die Nachteile in der Konkurrenz mit anderen Unternehmensformen vermeiden wollen, sollten unbedingt ihre Satzung ändern.

Für Banken und gewerbliche Genossenschaften haben die DGRV-Verbände faktisch ein Monopol, bei den Wohnungsbaugenossenschaften die GdW-Verbände. Die Zwangsmitgliedschaft in einem Prüfungsverband hatten die Nationalsozialisten 1937 mit dem Ziel der Gleichschaltung des Genossenschaftswesens eingeführt. Heute konzentrieren sich die genossenschaftlichen Verbände auf die Wirtschaftsprüfung, viele Jahre vernachlässigten sie Neugründungen. Nach dem Ende der Spaltung Deutschlands wurden einige neue Verbände gegründet, weil einzelne Genossenschaftsformen ausgegrenzt wurden.

Schulungen von Aufsichtsräten für die praktische Arbeit kommen an den genossenschaftlichen Akademien zu kurz, strategische Planungen oder neue Kommunikationstechniken spielen im deutschen Genossenschaftswesen kaum eine Rolle. So zum Beispiel in der Genoakademie. Dies gefährdet die Selbstorgansschaft, ein essenzieller Bestandteil des Genossenschaftswesens.

21
Jan

Neues Handelskonzept: bio-regio-fair

Die im Herbst 2008 neu gegründete copino eG wendet sich mit ihrem neuen Handelskonzept an die Öffentlichkeit: copino.de informiert In Form eines Blogs über den Fortgang des Projekts. Die neue Genossenschaft wird im ersten Schritt ein Kaufhaus in der Stuttgarter Innenstadt aufbauen, mit dem das ‘bio-regio-fair’-Konzept seine Kundschaft überzeugen will. Unter der Vorsilbe ‘bio’ versteht copino mehr als all das, was sich mit dem Etikett der EU-Verordnung schmücken darf. Besonders die sozialen Standards wird die neue Genossenschaft unter die Lupe nehmen. Was in der Region produziert werden kann, das sollen sich die copino-Shops auch aus der Region beschaffen. Dabei wollen die neuen Konsumgenossenschafter nicht nur in fernen Ländern auf faire Arbeitsbedingungen achten, auch bei Produkten aus dem eigenen Land sollen die Sozialstandards eingehalten werden.

12
Jan

Co-op America heißt jetzt Green America

Mit dem Jahreswechsel hat sich ‘Co-op America’ in ‘Green America’ umbenannt. Vorstandssprecherin Alisa Gravitz versichert zum Namenswechsel, der genossenschaftliche Geist bleibe erhalten, auch künftig werde ‘grün’ in den U.S.A. bedeuten: soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Gemeinschaft und saubere Umwelt. Entsprechend heißt jetzt auch das Internetportal GreenAmericaToday.org

Green America vertritt seit 1983 die Interessen von VerbraucherInnen und AktivstInnen für eine ökologische und sozial gerechte Welt. Für Unternehmen, die in die Positivliste des Grünen Katalogs ‘NationalGreenPages‘ aufgenommen werden wollen, gelten strenge Bedingungen. In Aktionen werden verwerfliche Produktionsbedingungen in Asien, Afrika und Südamerika angeprangert oder Boykottaufrufe gegen Handelskonzerne mit unseriösen Geschäftspraktiken gestartet. VerbraucherInnen finden Ratschläge für den sozial und ökologisch verantwortlichen Verbrauch.

Bisher hatte die Ökologie in den U.S.A. das Image der dilletantischen Selbsthilfe. Ökologische Lebensmittel werden vorwiegend in Food-Coops angeboten, die in manchen Metropolen von ihren Mitgliedern Eigenleistungen verlangen – dann sitzen dort Professoren an der Registrierkasse. Anders als die moderneren Verbraucher-Initiativen verlangt GreenAmerica eine Einheit von sozial verantwortlichem und Umwelt verträglichem Engagement der Unternehmen. In den Grünen Seiten sind rund 3.000 Unternehmen verzeichnet, für die Selbsthilfe in Armutsregionen wurden in den letzten 25 Jahren rund 1 Milliarde US-Dollar gesammelt.

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